Die Verehrung des Jesuskindes in der mittelalterlichen Tradition weiblicher Religiosit?t
Auf einen Blick
Geschichtswissenschaften
Fritz Thyssen Stiftung
Projektbeschreibung
Ziel dieses Forschungsprojekts ist es, die Verehrung des Jesuskindes in den Texten über europ?ische weibliche Reliquien vom Sp?tmittelalter bis zum Beginn der Neuzeit erstmals systematisch zu analysieren – ein besonders weit verbreitetes und noch relativ unerforschtes Ph?nomen im germanischen Raum. Im Mittelpunkt der Forschung stehen Texte über Nonnen, Mystikerinnen und Beginen, die w?hrend ihrer Gebete, Visionen, g?ttlichen Ansprachen und ?paranormalen“ Schwangerschaften h?ufig Puppen und Wiegen als Teil ihrer Verehrung des Jesuskindes verwendeten.
Die Arbeit beginnt mit einer gründlichen Analyse von Texten über 14 europ?ische Ordensfrauen (siehe Kasten), wobei der Schwerpunkt auf jenen liegt, die besonders für ihre Verehrung des Jesuskindes bekannt sind. Anschlie?end wird die Analyse auf die Bilder und Andachtsgegenst?nde (paratextuelle Bilder, Fresken, Puppen, Wiegen, Aussteuern von S?uglingen und andere Gegenst?nde der Verehrung des
Jesuskindes) eingehen, die eng mit der Textdimension verbunden sind, und so eine ausgesprochen interdisziplin?re Untersuchung skizzieren. Abschlie?end werden die Rituale im Zusammenhang mit der Verehrung des Kindes anhand von drei Interpretationen (theologisch, historisch-literarisch und anthropologisch) analysiert.
Ziel ist es, die Geschichte eines Kults zu erkl?ren, der bisher keine besondere Aufmerksamkeit erfahren hat und dessen Koordinaten noch immer unklar und schwer fassbar erscheinen.
