SFB 1412/2: Register in der sprachübergreifenden Diachronie logischer Partikel (TP B06)
Auf einen Blick
Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft, Experimentelle Linguistik, Typologie, Au?ereurop?ische Sprachen
Sprachwissenschaften
DFG Sonderforschungsbereich
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Projektbeschreibung
Wir untersuchen und modellieren die Wechselwirkung zwischen Sprachwandel und Register unter Verwendung computergestützter und formal-theoretischer Modelle mit dem Ziel, Registerwissen in das Sprachwandelmodell von H. Kauhanen & Walkden (2018) zu integrieren. Wir konzentrieren uns zun?chst auf die historische Semantik der Konjunktion: Die alten indoeurop?ischen Sprachen verfügten über zwei Arten von Konjunktionsmarkern: Im Lateinischen beispielsweise die enklitische Partikel que und der Marker et. In mehreren verschiedenen Zweigen der indoeurop?ischen Sprachfamilie sterben die Marker vom Typ que aus und die Konjunktion vom Typ et übernimmt. Der lateinische enklitische Konjunktionsmarker que (rekonstruierbar als die proto-indoeurop?ische Partikel *kwe) ist eine von mehreren multifunktionalen logischen Partikeln, die je nach dem semantischen Kontext, in dem sie auftreten, sowohl Konjunktion als auch Quantifizierung ausdrücken k?nnen (z. B. die universelle Quantifizierungsbedeutung von quis-que im Lateinischen, vgl. Bortolussi 2013). Unsere Vorarbeiten zeigen, dass diese Ver?nderung mit dem Register korreliert. Da ?as“ und seine Entsprechungen zu den fünf h?ufigsten W?rtern der meisten Sprachen geh?ren, k?nnen wir durch eine detaillierte Untersuchung einen umfassenden ?berblick über die gesamte Sprachfamilie gewinnen. Zu diesem Zweck erstellt das Projekt (auf der Grundlage von) analysierten Korpora unter Verwendung von Textdaten, wobei eine Liste von Faktoren wie Register, Entstehungsjahr, Umfeld, H?ufigkeit, Bedeutung und Wortstellung ermittelt werden kann. Unsere Vorarbeiten befassten sich mit formellen und informellen Registern in der Geschichte des Lateinischen, einer anf?nglichen Klassifizierung mit geringer Aufl?sung, die das Projekt mithilfe computergestützter Methoden und einer Analyse der Textmetadaten pr?zisieren wird. Basierend auf ersten Erkenntnissen aus dem Lateinischen untersuchen wir drei Haupthypothesen: (H1) Die erste Hypothese lautet, dass Registereffekte die historische Ver?nderung daran hindern k?nnen, sich in einer S-Kurve zu entwickeln. Wir testen diese Hypothese, indem wir die historische Ver?nderungsrate in verschiedenen Zweigen des Indoeurop?ischen mit logistischen Mustern vergleichen und die Auswirkungen des Registers durch Klassifizierung der Texte untersuchen. (H2) Unsere zweite Hypothese betrifft die Tatsache, dass in vielen modernen indoeurop?ischen Sprachen semantische Reflexe von *kwe in Phrasen mit quantifizierender Bedeutung erhalten bleiben, die beispielsweise sogar im modernen Italienischen qualun-que (?was auch immer“) zu finden sind, obwohl diese in früheren Stadien semantisch vollst?ndig kompositional waren. Wir stellen die Hypothese auf, dass die Beibehaltung aufgrund der strukturellen Gr??e des Ausdrucks, in dem ?que“ vorkommt und an den sich ?register“ anh?ngt, sanktioniert wird. (H3)
Beteiligte Einrichtungen
Institut für Romanistik
Anschrift
Boeckh-Haus, Dorotheenstra?e 65, 10117 BerlinAllgemeiner 金贝棋牌Tel.: +49 30 2093-73555