Queer Reading – eine Methodologie. Deutsche Literatur im Zeitalter des Paragrafen 175 (1872–1994)
Auf einen Blick
Germanistische Literatur-und Kulturwissenschaften (Neuere deutsche Literatur)
Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft; Kulturwissenschaft
Literaturwissenschaft
Fritz Thyssen Stiftung
Projektbeschreibung
Das Projekt untersucht die deutsche Literatur, die im Zeitalter des Paragraphen 175, der m?nnliche Homosexualit?t unter Strafe stellte, geschrieben wurde. Es entwirft eine Methodologie des Queer Reading, um intentionale heteronormativit?tskritische Schreibweisen zu untersuchen, die in den Phasen anzutreffen sind, die durch die jeweils gültigen Fassungen des Paragrafen definiert sind: von 1872 bis 1935 (Kaiserreich und Weimarer Republik), 1935 bis 1968/69 (Nationalsozialismus und BRD/DDR) und 1968/69 bis 1994 (BRD/DDR und wiedervereinigtes Deutschland). Das Projekt knüpft an das von Heinrich Detering (Das offene Geheimnis) entwickelte Konzept der Camouflage an, verschiebt aber im Anschluss an die rezente Queer Theory den Fokus von der Tabuisierung auf die Kriminalisierung, von der Homosexualit?t auf die Heteronormativit?t und vom Biografismus auf die Gesellschaftskritik.