Hands-on-History: Die Geschichte der Interaktivit?t und die Entwicklung des Wissenschaftsmuseums zum Vermittler und Medium der Wissensgesellschaft (Hauptprojekt von Heisenberg-Stelle)

Auf einen Blick

Laufzeit
02/2018  – 12/2021
F?rderung durch

DFG Heisenberg Programm DFG Heisenberg Programm

Projektbeschreibung

Die Geschichte der wissenschaftlich-technischen Moderne als der pr?genden Kultur der westlichen Welt ist sowohl eine Erfahrungsgeschichte als auch eine Vermittlungsgeschichte – und damit vor allem eine Mediengeschichte. Statt auf Printmedien oder audiovisuelle Medien zu schauen, fokussiert das Projekt auf das Ausstellungsmedium mit seinen Qualit?ten von Direktheit, Materialit?t und Interaktivit?t. Seit der Franz?sischen Revolution wurde das Wissenschaftsmuseum immer wieder als "politische Maschine" in Gang gesetzt, um Wissenschaftsbilder zu generieren und Ingenieure zu rekrutieren. Interaktivit?t wurde der K?der, um den "technological citizen" zu fangen und zur Mitarbeit an gesellschaftlichen Herausforderungen zu verpflichten. Das interaktive Science Center weckte seit Ende der 1960er Jahre neue Begeisterung für die Ph?nomene der Wissenschaft, nahm es aber mit Geschichte und Nebenfolgen nicht so wichtig. Heute wiederum soll der Bürger im "partizipatorischen Museum" Zukunftspfade mit der Politik diskutieren und so mitlegitimieren.
Bei n?herer Betrachtung zeigt sich schnell, dass der modische Begriff der Interaktivit?t alles andere als wohlbestimmt ist, er vielmehr viele, zum Teil widersprüchliche Bedeutungsschichten vereint. Im Zuge einer Hands-on History, die den Einsatz von Demonstrationsmodellen und interaktiven Darstellungsformen in Wissenschaftsmuseen, Ausstellungen und Science Centern für das 20. Jahrhundert betrachtet und ihre Mobilit?t institutionell wie geographisch verfolgt, soll auch eine Historisierung des Begriffs der Interaktivit?t vorgenommen werden. Auf diese Weise wird versucht, die Diskussion um die "politics of display" von Einzelobjekten oder -ausstellungen auf generelle Mechanismen zu erweitern sowie historische Entwicklungen der Verzahnung von Vermittlungsmedien der Wissenschaft auf der einen Seite und Politik bzw. Gesellschaft auf der anderen offenzulegen.