Dissens bei Gruppenentscheidungen: Die gegenteiligen Effekte von Sympathie
Auf einen Blick
Projektbeschreibung
<p>Teamentwicklungsma?nahmen werden h?ufig eingesetzt, um die Beziehungen zwischen den Teammitgliedern zu verbessern. Doch bisher ist unklar, ob sich gegenseitige Sympathie immer positiv auswirkt, z. B. wenn unterschiedliche Meinungen in Gruppen (Dissens) für Entscheidungen nutzbar gemacht werden sollen. Die inkonsistenten Befunde vorhandener Forschung werden mit Hilfe eines Prozessmodells integriert, das auf den Grundannahmen begrenzter kognitiver Kapazit?t und dem Motiv nach kognitiver Konsistenz basiert. Daraus werden gegenteilige Effekte von Sympathie auf Dissens und Gruppenentscheidungen abgeleitet: Einerseits hemmt Sympathie die Manifestierung von Dissens, weil die Mitglieder Meinungen anderer konsistent zu ihren Bedürfnissen und Erwartungen als ?hnlicher zur eigenen Meinung wahrnehmen (Underestimating Dissent) sowie zurückhaltender sind, Dissens explizit zu ?u?ern (Self Censoring). Auf der anderen Seite f?rdert Sympathie eine differenzierte Wahrnehmung der Meinung anderer (Attending to Opinion). Zudem wird bei manifestem Dissens gegenüber sympathischen Personen st?rker argumentiert, um sie zu überzeugen (Persuasion) und ihre abweichende Meinung wird systematischer verarbeitet, weil sie erwartungsinkonsistent ist (Processing Dissent). Das Zusammenspiel dieser Prozesse wurde und wird mit Hilfe von acht Experimenten geprüft, in denen Personen entweder eine dyadische Entscheidung antizipieren oder tats?chlich daran beteiligt sind. Dabei werden die verschiedenen Input- und Prozessvariablen des Modells nacheinander experimentell manipuliert.</p>
<p>Zwei der acht Experimente wurden durch die European Association for Experimental Social Psychology (EAESP) mit 2250 Euro finanziell unterstützt. Für fünf der Experimente wurde eine Sachbeihilfe bei der DFG beantragt.</p>