Die Nutzung maskierten Primungs zur Untersuchung der kognitiven Prinzipien, welche die unbewusste Verarbeitung und deren Effekt auf den arithmetischen Faktenabruf bestimmen

Auf einen Blick

Laufzeit
06/2020  – 05/2023
DFG-Fachsystematik

Psychologie

F?rderung durch

DFG Eigene Stelle (Sachbeihilfe) DFG Eigene Stelle (Sachbeihilfe)

Projektbeschreibung

Die unbewusste visuelle Verarbeitung unbemerkter Reize kann Wahrnehmung, Kognition und Leistung modulieren. Ein etabliertes Verfahren, um den Einfluss der unbewussten Verarbeitung auf offenes Verhalten zu untersuchen, ist maskiertes Priming. Dieses Verfahren beinhaltet die Klassifizierung eines sichtbaren Zielreizes nach der Pr?sentation eines zuvor nicht bemerkten Prime-Reizes. Die Sichtbarkeit des Primes wird durch einen davor und danach pr?sentierten Maskierreiz reduziert. Obwohl die Maskierung die subjektive Bewusstheit vermindert, kann der Prime jedoch offenes Verhalten beeinflussen.Innerhalb des Projekts soll die unbewusste Verarbeitung zwei Funktionen erfüllen: Erstens, soll es als Mittel zur Beeinflussung und damit zur Untersuchung der Verarbeitungsstufen w?hrend des arithmetischen Faktenabrufs dienen. Zweitens, soll das kognitive Ph?nomen der unbewussten Verarbeitung selbst untersucht werden.Das erste Ziel des Projektes ist die Testung der Hypothesen bezüglich der dem multiplikativen Faktenabruf (d.h. der L?sung von Multiplikationsaufgaben anhand des direkten Ged?chtnisabrufs) unterliegenden kognitiven Struktur. Das Verfahren des maskierten Primings soll dabei genutzt werden, um mit spezifischen Verarbeitungsstufen des multiplikativen Faktenabrufs zu interferieren (basierend auf dem interacting neighbors model; Verguts & Fias, 2005a). Die Grundidee ist dabei, den Abrufprozess durch die ?berschneidung dessen Ausführung mit der Verarbeitung eines maskierten Primes (eine zweistellige Zahl) zu beeinflussen und zu untersuchen. Der Prime soll manipuliert werden, um Annahmen hinsichtlich der zeitlichen Dynamiken (Abfolge) der Verarbeitungsschritte oder deren zugrundeliegendes Repr?sentationsformat (z.B. komponentielle vs. holistische Repr?sentation) zu überprüfen.Die Idee, den multiplikativen Faktenabruf durch maskiertes Priming zu beeinflussen, beruht auf den Mechanismen, welche der unbewussten Verarbeitung symbolischer Zahlen zugrunde liegen. Das zweite Ziel dieses Projektes ist es, zu untersuchen, wie ein maskierter Prime unbewusst verarbeitet wird. Eigenschaften von Zahlen (z.B. Menge, Parit?t, phonetische Eigenschaften der Zahlw?rter) werden dabei manipuliert, um Fragen hinsichtlich jener Prinzipien nachzugehen, die der Verarbeitung unbewusster Reize zugrunde liegen. Werden Primes semantisch verarbeitet? Erlaubt die Entwicklung einer Reiz-Reaktions-Assoziation eine Umgehung der semantischen Repr?sentation? Sind die an unbewussten Reize angewandten kognitiven Operationen durch top-down Kontrolle und exekutive Funktionen bestimmt? Kann ein unbewusster Reiz die Repr?sentationen der Aufgaben-Kontrolle modifizieren (z.B. aufgabenbezogene Regeln oder Ziele)? Die Ergebnisse sollen au?erdem helfen, die unbewusste Verarbeitung von nicht-numerischen Reizen zu verstehen. So ist es sogar wahrscheinlich, dass unabh?ngig von der Reizkategorie (z.B. Zahlen, W?rter oder Bilder) ?hnliche Mechanismen der unbewussten Verarbeitung zugrunde liegen.

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