Individualisierte Betrachtung Zirkadianer Rhythmen zur Pr?vention des pl?tzlichen Herztodes
Auf einen Blick
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
Projektbeschreibung
Mit mehr als 350.000 Toten pro Jahr sind Herzkreislauferkrankungen die h?ufigste Todesursache in Deutschland [1]. Etwa 65.000 Patienten versterben am pl?tzlichen Herztod meist verursacht durch Herzrhythmusst?rungen [2], die nicht oder zu sp?t erkannt wurden. Bei Herzkreislauferkrankungen bestehen zwei Risikogruppen.
Die gr??te Risikogruppe bilden Patienten mit einem potentiell erh?hten Risiko für lebensbedrohliche Herzrhythmusst?rungen. Typisch sind das zum Beispiel die Patienten, die einen Herzinfarkt überlebt haben und nicht die Kriterien für die Implantation eines ICD (implantierbaren Cardioverter Defibrillator) erfüllen (ca. 200.000-250.000 Patienten pro Jahr in Deutschland) und nach der Rehabilitation typisch in der haus?rztlichen Versorgung betreut werden.
Aber auch für die gut versorgten mehr als 40.000 Patienten pro Jahr mit einem neu implantierten ICD besteht noch ein erhebliches Verbesserungspotential in der Früherkennung und Pr?diktion lebensbedrohlicher Arrhythmien. Die potentielle Vermeidung von Therapieabgaben (Defibrillationen) erh?ht nicht nur die Lebensqualit?t, sondern ist auch in der Lage, einen relevanten ?berlebensvorteil zu generieren.
Das Teilziel der AG Kardiovaskul?re Physik der Humboldt-Universit?t zu Berlin im Projekt inZHerz ist es die wissenschaftlichen Grundlagen zu legen, so dass durch individuelle Diagnostik und Therapieempfehlungen die Mortalit?t und Nachsorgekosten deutlich vermindert werden k?nnen. Die Ziele des Projektes liegen in drei Schwerpunkten:
1. Der Pr?vention lebensbedrohlicher kardialer Ereignisse durch die Erforschung eines Algorithmus zur Früherkennung lebensbedrohlicher Herzrhythmusst?rungen mittels Auswertung der individuellen zirkadianen (tageszeitspezifischen) kardiorespiratorischen Rhythmik. (Humboldt-Universit?t zu Berlin, Biotronik, livetec)
2. Dem Aufbau eines zentralen Telemonitoring-Zentrums als zentrales Element der Versorgungskette und der dazu notwendigen Methodik für erste Erprobung und Umsetzung der klinischen Anwendung. (Semdatex, Otto von Guericke Universit?t Magdeburg)
3. Der ?bertragung der Ergebnisse auf weitere Patienten durch Risikoranking mit Hilfe von ECG-Patch Langzeit-EKGs und Validierung der Aussage durch das Telemonitoring der Risiko - Patienten. (Alle Partner)
Die Umsetzung in der klinischen Praxis erfolgt durch Aufbau eines zentralisierten telemedizinischen Monitoring-Zentrums für Pr?ventionsdiagnostik, basierend auf dem Rhythmus-Monitoring via ECG-Patches und kardialen Implantaten unter Nutzung der zirkadianen Algorithmen und den weiteren verfügbaren diagnostischen 金贝棋牌. Der Datenaustausch und die Zusammenarbeit der ?rzte, welche die Patienten mit dem zentralisierten Monitoring-Zentrum regional betreuen, erfolgt über eine gesicherte, telemedizinische L?sung, die den Austausch der Daten, Protokolle und Berichte sowie bei Bedarf auch Telekonsile erm?glicht. Dort werden die Daten nach festgelegten Standard Operation Procedures (SOP) verarbeitet. Risikopatienten k?nnen so auch im Rahmen der Haus?rztlichen Versorgung, insbesondere auch im l?ndlichen Raum, von einer erweiterten Pr?ventionsdiagnostik mit Fach?rztlicher Kompetenz profitieren.
Die Arbeiten der AG Kardiovaskul?re Physik konzentrieren sich auf das zugrundeliegende Model der Beschreibung der individuellen zirkadianen Rhythmik sowie die sich auf diese beziehenden Methoden der Vorhersage von lebensbedrohlichen kardialen Ereignissen und der Bestimmung eines Risikorankings.